Gerüchte um den FDF – eine Einordnung
Sinkende Mitgliederzahlen und Spekulationen um den Floristpark: In der Branche kursieren seit Längerem Gerüchte über die wirtschaftliche Lage des FDF. Auf der IPM in Essen nahm FDF-Präsident Klaus Götz Stellung, ordnete Strukturen ein und erklärte, wo tatsächlich Handlungsbedarf besteht – und wo nicht.
von Redaktion erschienen am 04.02.2026„Wir wissen, dass in der Branche Gerüchte um wirtschaftliche Nöte des FDF kursieren, teilweise sogar bewusst in Umlauf gebracht werden, und dies Verunsicherung auslöst“, erklärt Klaus Götz in einem Gespräch auf der IPM. Um die Situation besser einordnen zu können, weist er darauf hin, dass es „den FDF“ so eigentlich nicht gibt. Es gibt selbstständige, rechtlich und wirtschaftlich autarke FDF-Landesverbände, es gibt den FDF-Bundesverband und die FDF GmbH in Gelsenkirchen.
© Grit LandwehrDie Gerüchte um die schwierige wirtschaftliche Situation betreffen in erster Linie die FDF GmbH in Gelsenkirchen, als wirtschaftliche Vertretung des FDF-Bundesverbandes, nicht den Verband selbst. Klaus Götz, FDF-Präsident
Die FDF-Landesverbände, nicht etwa der FDF-Bundesverband, sind alleinige Gesellschafter und damit Inhaber der FDF GmbH. Die Mitgliedschaft der FDF-Landesverbände im Bundesverband ist rein freiwillig, die Landesverbände tragen und finanzieren den Bundesverband und treffen in der Delegierten-Mitgliederversammlung die wichtigen Entscheidungen. „Der FDF-Bundesverband steht somit nicht über den Landesverbänden, sondern unter ihnen – eine Tatsache, die oft ausgeblendet wird. Die tragenden Säulen des FDF sind die Landesverbände mit ihren angeschlossenen Mitgliedern, den Blumenfachgeschäften“, erklärt Klaus Götz die Struktur des Verbands und die Bedeutung der FDF GmbH.

FDF GmbH unter Druck
Auch an der FDF GmbH sind die negativen Entwicklungen in der Branche nicht spurlos vorübergegangen. „Die FDF-Landesverbände als Gesellschafter haben im Oktober 2025 bereits eine grundlegende Neuausrichtung beschlossen, dieser Prozess ist aber nicht abgeschlossen und wird durch äußere Faktoren stets beeinflusst – panta rhei, es ist im Fluss“, so Götz weiter.
In diesem Zusammenhang gebe es auch Überlegungen, den Floristpark International in Gelsenkirchen zu verkaufen. Um das Gebäude auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen, seien hohe Investitionen erforderlich. Dabei müssen die besonderen Anforderungen des Denkmalschutzes erfüllt werden. Hier muss nun die Frage geklärt werden: Ist der Standort weiterhin passend – oder bietet ein Wechsel neue Chancen?
Aktuell liegt ein Gesellschafter-Beschluss vor, dem zufolge der Verkauf des FloristParks aus wirtschaftlichen Gründen zu eruieren und vorzubereiten ist, heißt es vonseiten des FDF. Diese Entscheidung sei den Gesellschaftern nicht leichtgefallen, denn der FloristPark ist seit drei Jahrzehnten Verbandsimmobilie, Bildungsstätte für die Floristik-Branche und Austragungsort für internationale Zertifikats-Seminare mit den Partnern der FDF GmbH.
Trotzdem sieht der Verband, dass eine Neuaufstellung und Umstrukturierung der FDF GmbH notwendig ist, die den Verkauf der Immobilie nahelegt – obwohl das Haus mit seiner berufsständischen Ausrichtung viel Potenzial beinhalte. Die kommenden Monate werden zeigen, wie diese Umstrukturierungen von den Gesellschaftern und der Geschäftsführung ausgestaltet werden, so der FDF weiter.
Keine Frage, auch in Zukunft bleiben die Herausforderungen für die Branche groß. „Der Einsatz für die Mitglieder der Landesverbände ist dabei vollkommen unabhängig von den Entwicklungen auf Bundesebene, genauer gesagt in der FDF GmbH“, betont Klaus Götz abschließend.

Zu diesem Artikel liegen noch keine Kommentare vor.
Artikel kommentierenSchreiben Sie den ersten Kommentar.