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Landesgartenschau Leinefelde-Worbis

Ein Plattenbau erblüht

Auf der Thüringer Landesgartenschau Leinefelde-Worbis werden zwei Etagen eines leer stehenden Plattenbaus zur Blumenhalle – inszeniert von Christopher Ernst, dem Deutscher Meister der Floristen 2022, der seine Erfahrung aus zahlreichen Hallenschauen in ein ungewöhnliches Ausstellungskonzept übersetzt.

von LGS Leinefelde-Worbis/Redaktion erschienen am 21.04.2026
Der Blumenblock der Landesgartenschau 2026 in Leinefelde-Worbis – via Teleskoplader werden Ausstellungsstücke in den leer stehenden Plattenbau befördert. © LGS Leinefelde-Worbis
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Die Veranstalter der thüringischen Landesgartenschau Leinefelde-Worbis haben mit dem „Blumenblock“ den wohl ungewöhnlichsten Ort für eine floristische Hallenschau gewählt. Ein umgebauter Plattenbau mitten in der Leinefelder Südstadt wird für die Zeit der Gartenschau zu einem außergewöhnlichen Ausstellungszentrum, in dessen Mittelpunkt die floristische Blumenhalle steht. Diese erstreckt sich auf den ersten zwei Etagen und wird auf den folgenden Etagen durch Kunst, Stadtgeschichte und regionale Themen ergänzt.

Christopher Ernst verantwortet und gestaltet die Blumenschauen auf der Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis. Der Deutsche Meister der Floristen 2022 verfügt über mehrere Jahre Erfahrung in der Gestaltung floristischer Hallenschauen.
Christopher Ernst verantwortet und gestaltet die Blumenschauen auf der Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis. Der Deutsche Meister der Floristen 2022 verfügt über mehrere Jahre Erfahrung in der Gestaltung floristischer Hallenschauen. © Peter J Kierzkowski

Die wechselnden floristischen Ausstellungen werden kuratiert und gestaltet unter der Leitung von Christopher Ernst, dem Deutschen Meister der Floristen 2022 und Inhaber des Fachgeschäfts Creativ in Kindelbrück. Der Florist bringt seine langjährige Erfahrung in großformatigen Hallenschauen hier in ein Setting ein, das mit klassischen Erwartungen bewusst bricht. Statt einer traditionellen Blumenhalle gestaltet Christopher Ernst im Erd- und ersten Obergeschoss einen Parcours aus floralen Installationen, der sich durch eine klare Dramaturgie und konzeptionelle Tiefe auszeichnet.

Der Blumenblock ist kein klassisches Ausstellungshaus, sondern ein Weg durch Stimmungen, Bilder und Gedanken – ein Ort, der in Erinnerung bleibt und den Blick auf Leinefelde nachhaltig verändert.

Vom 24. April bis zum 11. Oktober werden zwölf wechselnde Ausstellungen gezeigt. Gegensätze wie „abstrakt und konkret“, „Romantik und Distanz“ oder „Design und klassisch“ werden floristisch interpretiert und in atmosphärische Bilder übersetzt. Pflanzenmaterial dient dabei nicht nur als dekoratives Element, sondern als gestalterisches Medium, das Form, Struktur und Wirkung definiert.

Christopher Ernst arbeitet dabei mit Kontrast und Spannung. Üppige Blütenbilder sollen auf reduzierte, fast grafische Kompositionen treffen, natürliche Wuchsformen stehen neben konstruierten Strukturen. Ergänzt werden die floralen Arbeiten durch inszenatorische Elemente wie Licht, Klang oder Spiegelungen, die die Wahrnehmung gezielt lenken und die Grenzen zwischen floraler Gestaltung und Rauminstallation auflösen.

Termine und Themen der Blumenhalle

23. April bis 3. Mai: Entstehen und Vergehen – Die Ausstellung thematisiert den natürlichen Kreislauf von Wachstum, Blüte, Reife und Zerfall. Florale Gestaltungen machen zeitliche Prozesse sichtbar und zeigen Vergänglichkeit als festen Bestandteil von Natur und Gestaltung.

7. bis 17. Mai: Abstrakt und konkret – floristische Arbeiten bewegen sich zwischen gegenständlicher Lesbarkeit und abstrakter Formensprache. Farbe, Struktur und Material lösen sich teilweise von der Pflanze als Objekt und werden als gestalterische Elemente eingesetzt.

21. bis 31. Mai: Romantik und Distanz – im Fokus stehen florale Kombinationen zwischen Harmonie und bewusster Irritation. Klassisch zusammenpassende Blüten treffen auf ungewöhnliche, kontrastreiche Pflanzenpartner. Die Ausstellung untersucht Nähe, Spannung und Distanz durch Farbe, Struktur und Materialwahl.

4. bis 14. Juni: Klang und Stille – florale Gestaltungen werden mit musikalischen Elementen kombiniert. Unterschiedliche Klangwelten – von klassischer Musik bis zu elektronischen Kompositionen – beeinflussen Raumwirkung und Wahrnehmung der Installationen und schaffen wechselnde atmosphärische Ebenen.

18. bis 28. Juni: Design und Klassisch – die Ausstellung setzt auf florale Installationen statt klassischer Blumenbilder. Pflanzen werden als gestalterisches Material genutzt, um klare Linien, Formen und Raumstrukturen zu erzeugen. Klassische Floristik und modernes Design begegnen sich auf einer konzeptionellen Ebene.

2. bis 12. Juli: International und Heimat – gestalterische Einflüsse aus verschiedenen Kulturen treffen auf regionale Pflanzen, Materialien und handwerkliche Traditionen. Die Ausstellung stellt globale Vielfalt der Floristik der lokalen Identität gegenüber und verbindet beides zu einem gemeinsamen Bild.

16. bis 26. Juli: Illusion und Realität – Durch Spiegelungen, perspektivische Effekte und inszenierte Räume werden Wahrnehmung und Wirklichkeit bewusst hinterfragt. Florale Installationen erzeugen Irritationen und laden dazu ein, Realität neu zu interpretieren.

30. Juli bis 9. August: Monoton und vielfältig – serielle Strukturen und Wiederholungen stehen der natürlichen Vielfalt von Pflanzen gegenüber. Kleine Unterschiede in Farbe, Form und Struktur werden sichtbar gemacht und lenken den Blick auf Details innerhalb scheinbarer Gleichförmigkeit.

13. bis 23. August: Fruchtbar und öde – üppige, lebensreiche Pflanzungen kontrastieren mit kargen, reduzierten Flächen. Die Ausstellung thematisiert natürliche Ressourcen, Bodenfruchtbarkeit und den verantwortungsvollen Umgang mit Natur im Kontext menschlicher Nutzung.

27. August bis 6. September: Mystisch und rational – atmosphärisch dichte, geheimnisvolle Inszenierungen treffen auf klare Strukturen und nachvollziehbare Ordnungssysteme. Die Ausstellung zeigt Natur sowohl als emotionales Erlebnis als auch als rational begreifbares System.

10. bis 27. September: Modern und Tradition – Zeitgenössische Gestaltungsansätze werden mit traditionellen floristischen Techniken und kulturellen Bezügen kombiniert. Vergangenheit und Gegenwart treten in einen gestalterischen Dialog und verdeutlichen die Weiterentwicklung des floristischen Handwerks.

1. bis 11. Oktober: Begegnung und Trennung – Den Abschluss bildet eine kraftvolle Inszenierung zum Ende der Gartenschau. Die Ausstellung blickt auf die Blumenhalle als Ort der Begegnung zurück und thematisiert zugleich Abschied und Übergang. Sie macht deutlich, dass jedes Ereignis endet – die entstandenen Erinnerungen jedoch bestehen bleiben. Damit wird der Blumenblock zu einem Ort, der nicht nur Blüten zeigt, sondern Ideen und Gegensätze sichtbar macht: Nähe und Spannung, Stille und Klang, Tradition und Zeitgeist.

Doch der Blumenblock versteht sich nicht allein als Bühne für Floristik. Die darüberliegenden Etagen erweitern das Ausstellungserlebnis um weitere Perspektiven: Im zweiten Obergeschoss stehen gärtnerisches Handwerk, Ausbildung und Gartenbaugeschichte im Mittelpunkt – ergänzt durch Mitmachangebote wie eine Gemüseanzuchtstation und Workshops mit regionalen Akteuren.

Im dritten Obergeschoss öffnet sich der Blick in die Kunst: Skulpturen, Installationen und studentische Projekte setzen sich mit Themen wie Heimat, urbanem Raum und gesellschaftlichen Gegensätzen auseinander und treten in Dialog mit dem besonderen Ort des Plattenbaus.

Den Abschluss bildet das vierte Obergeschoss, das Zeitgeschichte, Alltagskultur und persönliche Geschichten vereint – von regionaler Stadtgeschichte über Reiseberichte bis zu einer inszenierten DDR-Wohnung.

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