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#florierenCommunity

Wer ist dein Vorbild?

Gibt es noch Vorbilder für Floristinnen und Floristen? Das wollten wir von der #florierenCommunity wissen. Von der Meisterschülerin bis hin zu gestandenen Floristikunternehmer/innen – wir zeigen, wer euch inspiriert und warum es sich lohnt, über den Tellerrand hinauszuschauen.

erschienen am 16.03.2026
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„Gregor Lersch war schon vor meiner Ausbildung ein prägendes Vorbild“

Zur Person
Andreas Frank
Der Gärtner und Florist ist Inhaber des Blumenwerk Neudenau in der gleichnamigen Stadt. Mittlerweile hat er mehr als 21k Follower auf Instagram. @andreas.frank.313

Gregor Lersch war für mich schon sehr früh ein prägendes Vorbild. Noch bevor ich überhaupt Florist gelernt hatte – ich komme ja aus einer Gärtnerfamilie – durfte ich einmal bei einem Vortrag von ihm dabei sein. Das war ein echter Schlüsselmoment in meiner Laufbahn. Seine Art zu arbeiten, zu gestalten, Materialien zu verarbeiten und Dinge zu denken, hat mir damals die Augen geöffnet.

Sein Stil ist bis heute unverkennbar und zeitlos – man erkennt sofort, wenn etwas von Gregor Lersch ist. Umso mehr berührt es mich, wenn er auf Social Media meine Arbeiten wertschätzt und mir bestätigt, dass ich es „draufhabe“, dass ich ein gutes Gespür für Farben und Formen habe. Das bedeutet mir sehr viel.


„Pippi Langstrumpf und Frida Kahlo begleiten mich“

Zur Person
Kathrin Geißendörfer
ist Floristin und führt gemeinsam mit ihrer Mutter die Gärtnerei Schneider in Weikersheim. An die Ausbildung zur Floristin schloss Kathrin Geißendörfer ein Studium der Sozialen Arbeit an, hat aber auch während des Studiums im Familienbetrieb ausgeholfen und sich dann für die Rückkehr zu ihren Wurzeln entschieden. @gärtnerei_schneider

Pippi Langstrumpf und Frida Kahlo begleiten mich wie leise, starke Freundinnen: die eine mit Sommersprossen und Sammelleidenschaft für kleine Schätze, die andere mit Blumen im Haar und einem Blick nach innen. Lange habe ich versucht, Erwartungen zu erfüllen, vernünftig zu sein, mich anzupassen. Aber das fühlte sich an wie zu enge Schuhe.

Ich bin eine Sachensucherin – meine Ideen beginnen schon, wenn ich Dinge sehe. Pippi sagt, man müsse nur genau hinsehen – dann finde man überall etwas Besonderes. Ich erkenne mich darin wieder. Meine Gedanken sind immer schon bei der nächsten Idee. Mein Kopf weiß, was werden will, bevor es real wird.

„Ich finde, man soll nicht immer so furchtbar vernünftig sein.“ Dieser Satz begleitet mich in meiner Floristik. Sie ist oft unkonventionell, wild und auch verrückt. Lange dachte ich, sie sei zu anders. Und dann wird sie gekauft, geliebt, mitgenommen in andere Häuser und Leben. Vielleicht braucht es genau das: Blumen, die nicht gestriegelt, sondern lebendig sind.

Und Frida sagte: „Ich schaffe mir meine eigene Realität.“ Genau das tue ich hier an der Tauber. Ich habe meine eigene Welt gefunden – es ist nicht alles romantisch, die Arbeit ist auch oft hart, das Geld kommt nicht easy, aber mit vollem Herzblut bin ich zwischen den Blumen. Es ist unperfekt – aber echt und deshalb perfekt für mich!

Und ich habe erkannt: Floristik hat Grenzen, so wie das Leben. Es gibt nicht jede Blume zu jeder Zeit, und genau darin liegt die Besonderheit. Ich arbeite mit den Jahreszeiten, mit dem, was wächst – und mit dem, was mich innerlich bewegt. Ich freue mich, wenn ein Stück dieser Freiheit und meines kreativen Herzens in den Händen meiner Kundinnen und Kunden Emotionen transportiert.


„Mein größtes Vorbild ist ganz klar meine Mama“

Zur Person
Anne-Marie Bals
Die 21-Jährige aus dem Münsterland ist im elterlichen Betrieb zwischen Blumen und Pflanzen groß geworden. 2024/25 war sie Blumenfee und ist aktuell Schülerin an der Floristmeisterschule Stuttgart-Hohenheim. @annemarie.bals

Mein größtes Vorbild ist ganz klar meine Mama. Und das sowohl persönlich als auch beruflich als Floristin. Sie hat mir nicht nur das Handwerk gezeigt, sondern auch die Haltung dahinter: Leidenschaft, Disziplin, Kreativität und gleichzeitig Bodenständigkeit. Sowie, dass ich meine Ziele durch konsequenten Fleiß und Ehrgeiz immer erreichen kann. Ich habe von ihr gelernt, dass Floristik mehr als nur „schöne Sträuße binden“ ist – es geht um Emotionen, um Verantwortung und um Qualität.

Vorbilder sind wichtig, weil sie helfen, sich selbst Ziele zu setzen. Sie geben Orientierung und zeigen, was möglich ist. Gerade im kreativen Handwerk braucht man Menschen, an denen man sich fachlich und menschlich messen kann. Vorbilder motivieren dazu, an sich zu arbeiten, besser zu werden und den eigenen Weg konsequent zu gehen.

Als deutsche Blumenfee war ich in einer besonderen Rolle – und genau das hat mich gereizt. Ich wollte die gesamte grüne Branche repräsentieren und sichtbar machen, wie viel unser Berufsstand kann und was da alles dazugehört. Floristik wird oft unterschätzt. Dabei stecken so viel Fachwissen, Kreativität und handwerkliches Können dahinter. Mir war es wichtig zu zeigen, wie wunderschön, vielseitig und zukunftsfähig dieser Beruf ist.

Mein Amt war eine unglaublich schöne und intensive Zeit. Ich durfte viele Menschen kennenlernen, die grüne Branche deutschlandweit repräsentieren und mit Stolz vertreten. Diese Erfahrung möchte ich auf keinen Fall missen – sie hat mich persönlich und beruflich sehr geprägt.

An der Floristmeisterschule Stuttgart-Hohenheim habe ich noch einmal ganz neu zu mir selbst gefunden. Ich freue mich sehr, dass ich hier meinen eigenen Stil und meinen eigenen gestalterischen Duktus weiterentwickeln konnte.

Grundsätzlich bin ich eher eine Einzelkämpferin – ich weiß ziemlich genau, was ich will, und gehe meinen Weg konsequent. Trotzdem liebe ich das Miteinander. Der Austausch, das gegenseitige Unterstützen und das gemeinsame Wachsen sind mir extrem wichtig. Für mich schließt sich das nicht aus: eine starke eigene Linie haben und gleichzeitig Teil einer wertschätzenden Gemeinschaft sein.


„Rieke macht Floristik, wie sie sein sollte“

Zur Person
Sandra Proksch
Mit ihrer Werkstatt „Sandra Proksch Floristik“ hat sich die 45-jährige Floristin vor allem auf Hochzeits- und Trauerfloristik spezialisiert, aber auch kleinere Aufträge und Blumen-Abos gehören dazu. Ihre Werkstatt befindet sich im ländlichen Ingersheim, ein paar Kilometer nördlich von Stuttgart. @sandra_procksch_floristik_

Es ist total schwierig, sich da zu beschränken, weil es einfach so viele Vorbilder auf Instagram gibt. Auf jeden Fall ist es Milles Fleurs, weil sie für mich technisch eine große Inspiration ist. Rieke macht Floristik, wie sie sein sollte. Das sind Technik-Hacks, die ich bei ihr mitnehme, die man einfach machen sollte, um sich handwerklich abzuheben. Aber auch die Inszenierung hat sie drauf, wie sie Emotionen in den Raum holt. Die Landesgartenschau in Bad Nenndorf wird auf jeden Fall der Wahnsinn. Sie zeigt auf ihrem Account, was Floristik wirklich sein kann.

Es müssen aber nicht immer nur die sein, die viele Follower haben, damit ich sie als Vorbild sehe. Fioriturafloral zum Beispiel macht wirklich eine wahnsinnig tolle Arbeit. Da verstehe ich dann gar nicht, warum sie unter 10k Follower hat.

Aber auch Vildfloral, die wie ich wilde und natürliche Floristik macht, oder Caro von Olivenzweig & Co oder Kerstin Schwarzfischer – die machen unfassbar tolle Arbeiten, die mich inspirieren. Sie gehen ihren Weg für sich, holen sich sicherlich auch überall Inspiration, aber sie gehen ihren Weg und erfinden sich immer wieder neu.

Inspirierend kann beides sein, etwas, das ganz ähnlich ist, und eine Floristik, die ich auch können möchte. Wobei richtiges Nacheifern nie funktioniert, weil jeder seinen Stil hat und man es einfach sieht, wenn man jemanden nur kopiert. Man kann sich überall Inspirationen holen, aber man darf nie versuchen, derjenige zu sein, weil man sich sonst selbst verliert.

Ich glaube, es gehört beides dazu, dass man nicht stehenbleibt, aber seinem Stil gleichzeitig treu bleibt.

#florierenCommunity Werde auch Teil der neuen Mitmach-Aktion 2026!

Mit #florierenCommunity startet eine neue Mitmach-Aktion – du bist als Leserin und Leser eingeladen, Teil der florieren!-Community zu werden. Jede Ausgabe erhält ein eigenes Thema, zu dem du dich über Social Media beteiligen kannst. Dieses Thema wird jeweils in der vorherigen Ausgabe und auf Instagram angekündigt. Ausgewählte Beiträge mit dem #florierenCommunity stellen wir dann in der darauffolgenden Ausgabe vor.

Für die kommende Ausgabe soll es passend zum Floristik-Schwerpunkt um Hochzeiten gehen. Kommentieren Sie diesmal unter dem #florierenCommunity-Instagram-Post die Antwort auf unsere Frage:„Wie berechnet ihr die Beratung für Hochzeiten?“

Alle Informationen zur Teilnahme gibt’s auf Instagram: @florieren_magazin

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